Religion und soziale Netzwerke

Heute möchten wir einmal an einer Blogparade teilnehmen und dabei unsere Ideen und Anregungen zum chistlichen Miteinander geben, denn auf Kirche 2.0 wurde gefragt:

Welche Rolle hat Facebook für Pfarrgemeinden?“.

Doch diese Frage ist erweiterbar und kann gewissermaßen die Rolle des Internets im Zusammenhang mit dem Glauben selbst umschreiben.

Stellen wir uns also die Frage, welchen Stellenwert die sozialen Netzwerke überhaupt haben und wie sie das religiöse Miteinander unter Umständen beeinflussen. Welche Dinge müssen wir dabei beachten und welche Rolle spielt das Internet in diesem Zusammenhang?

Vielleicht hat Religion ja auch gar nichts mit dem Internet zu tun und kann dabei vollkommen außen vor gelassen werden. Aber vielleicht spielt das Internet aber auch eine sehr wichtige Rolle in puncto christlichem Glauben.

Werfen wir doch mal einen Blick über den eigenen Tellerrand und versuchen, soziale Medien oder auch Netzwerke im Zusammenhang mit der Religion aus einem neutralen Standpunkt zu betrachten.

Auch wenn das manchmal recht schwierig ist.

Was sind soziale Netzwerke?

Vielleicht ist es aber sinnvoll, überhaupt erstmal klar zu stellen, was soziale Netzwerke überhaupt sind.

Denn mitunter ist das dem ein oder anderen überhaupt nicht geläufig und die allgemeine Fragestellung verpufft im virtuellen Raum. Genrell ist ein soziales Netzwerk natürlich die Verbindung verschiedener Gruppen, ob nun aufgrund von Freundschaften, dem Verwandheitsgrad oder einer gemeinsamen Herkunft.

Neuerdings spricht man in diesem Zusammenhang allerdings von Diensten wie Facebook, Google Plus oder auch Xing. Also Online-Plattformen, die den Austausch untereinander ermöglichen und somit die Interaktion im Web 2.0 fördern.

Soziale Netzwerke im Internet sind Netzgemeinschaften bzw. Webanwendungen, die Netzgemeinschaften beherbergen.

Handelt es sich um Netzwerke, bei denen die Benutzer gemeinsam eigene Inhalte erstellen, bezeichnet man diese auch als soziale Medien.

Das weltweit größte soziale Netzwerk ist mit geschätzten 800 Millionen Mitgliedern Facebook. wikipedia

Welchen Einfluss haben soziale Netzwerke?

Dass solche Netzwerke zum Verweilen einladen und uns magisch in Ihren Bann ziehen, hat gerade erst die BITKOM-Studie aus dem Jahr 2012 bestätigt. Diese gibt immerhin an, dass wir im Durchschnitt mehrere Stunden pro Woche auf Facebook und Co verbringen.

Außerdem wird daraus ersichtlich, dass nahezu 75% aller Deutschen eine Profil in einem solchen Netzwerk besitzen. Ob nun aktiv betrieben oder eben nicht.

Aber das ist auch klar, denn solche Netzwerke sind ein sehr einfacher Weg, um Kontakte aufrechtzuerhalten, Verbindungen zu pflegen und somit eine schöne Möglichkeit, um die soziale Kommunikation und Verbindung aufrechtzuerhalten.

Offensichtlich scheint, dass immer mehr Menschen im Internet unterwegs sind und den Austausch auf solchen Plattformen pflegen. Das ist auch gar nicht schlimm, sondern bietet gleichermaßen jede Menge Vorteile.

Zwar unterhält man sich vielleicht ein bisschen oberflächlicher und anonymer, kann dafür aber die Grenzen von Ländern und Ewigkeiten mühelos überbrücken.

Facebook und die christliche Gemeinschaft

Nehmen wir also an, dass mehr als zwei Drittel der Deutschen einen Account in einem sozialen Netzwerk besitzen, können wir schlussfolgern, dass der Drang zur Vernetzung außerordentlich hoch ist. Und warum sollte die Verbindung zwischen Gläubigen nicht auch online erfolgen?

Auf Kirche 2.0 wurde hauptsächlich gefragt, welchen Nutzen Pfarrgemeinden von einer Interaktion via Facebook haben, welche Grenzen es dabei gibt und ob man positive Beispiele kenne. Ganz ehrlich?

Jede Pfarrgemeinde, die sich dem Bereich Social Media verwehrt, erkennt die Zeichen der Zeit nicht.

Denn natürlich können wir attestieren, dass eine Verfremdung untereinander die logische Konsequenz ist. Doch erreicht man Menschen idealerweise dort, wo sie eben stehen. Und wenn das der virtuelle Raum ist, warum nicht?

Es gibt in allen christlichen Kirchen eine gemeinsame christliche Basis, die vielleicht wichtiger als alles Trennende ist. Hans Küng, Theologe

Pfarrgemeinden auf Facebook

Um aber das Thema nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren, bietet es sich an, einmal ganz genau auf Pfarrgemeinden im sozialen Einerlei zu schauen und dabei zu prüfen, welcher Nutzen durch die Teilnahme am virtuellen Austausch entsteht.

Austausch, Gemeinschaft, Information

Soziale Medien bieten sich an, um Informationen zu verbreiten.

Diese sollten in diesem Fall nicht mit dem Verkünden gleichgesetzt werden, vielmehr sehen wir den Nutzen der realen Bekanntgabe von Fakten, Ansichten oder auch Kleinigkeiten.

Beispielsweise über anstehende Ereignisse und aktuelle Debatten. Denn so können Mitglieder auf einem ganz anderen Weg erreicht und ferner zum Austausch eingeladen werden.

Was sind die Kriterien für den Erfolg?

Wer auf Facebook aktiv ist, sollte sich grundsätzlich mit dem Aufbau eines solchen Mediums befassen.

Es ist nicht zielführend, einfach nur Infos in den virtuellen Raum zu werfen und daher ist es wichtig,…

  • auf Fragen einzugehen
  • am sozialen Leben teilzunehmen
  • einmal über andere Themen zu berichten
  • und gleichermaßen auf andere Veranstaltungen hinzuweisen,

denn nur so entfaltet ein soziales Netzwerk sein volles Potential und es macht für den Nutzer Sinn, regelmäßig die Beiträge einer Fanseite zu überprüfen.

Außerdem ist es essentiell, regelmäßig für frische Inhalte zu sorgen. Aber das gilt nicht nur für Pfarrgemeinden, denn nichts ist trostloser, als eine verwaiste Seite.

Außerdem werden Informationen auf Facebook nur dann allen Mitgliedern angezeigt, wenn ab und an die Interaktion angestrebt wird. Sonst gerät eine Seite ganz schnell in Vergessenheit.

Wie verändert sich eine Pfarrgemeinde durch Facebook?

Prinzipiell ändert sich natürlich gar nichts und eine Pfarrgemeinde bleibt genau die gleiche, wie schon davor.

Allerdings können soziale Medien einen weiteren Kanal erschließen, um auf Fragen einzugehen und ganz andere Menschen zu erreichen. Denn jeder bevorzugt das ein oder andere Medium, um sich zu informieren.

Gerade für Pfarren ist es oftmals schwierig, Jugendliche anzusprechen und hierfür ist Facebook natürlich ideal und bietet sich förmlich an.

Allerdings gibt es noch einen ganz anderen Aspekt, den es hervorzuheben gilt: Die Interaktion!

Kommunikation, Interaktion und Austausch

Zwar greifen immer mehr Webmaster und somit auch kirchliche Seitenbetreiber auf ein Blogsystem zurück, doch manchmal wirkt die Homepage einer beliebigen Pfarrgemeinde recht statistisch.

Nun könnte man einwenden, dass das ja auch vollkommen egal sei, da es lediglich um die reine Information gehe. Das stimmt mit Sicherheit, aber eben nur zum Teil.

Denn durch Facebook können wir uns real mit anderen Menschen unterhalten und verbergen den Austausch nicht hinter einer Wolke aus Anonymität, die lediglich auf ein aktives Geben, aber ein unkommentiertes Nehmen hinausläuft.

Soziale Medien bieten also die Chance, wirkliches Feedback zu erhalten und eine reale Kommunikation mit allen Interessanten der jeweiligen Pfarrgemeinde zu ermöglichen.

Pfarrgemeinden auf Facebook – Ein Fazit

Facebook kann ungemein zum Medienmix einer jeden Pfarrgemeinde beitragen und außerdem den Austausch untereinander begünstigen.

Somit ist die Präsenz einer Pfarrgemeinde in sozialen Netzwerken natürlich von Vorteil und erschließt folglich noch einen ganz neuen Kanal.

Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass hierbei auch Arbeit auf den Betreiber wartet und der Gang in ein solches Netzwerk ist mit Aufwand verbunden. Zwar keinem allzu großen, aber dennoch sollte ebendas bedacht werden.

Denn eine verwaiste Seite ist trostlos und gleichermaßen sinnlos bezüglich des Informationsgehalts und der Außenwirkung.

Das Internet bietet der christlichen Gemeinschaft also viele Anknüpfungspunkte, auch wenn es natürlich nicht das reale Miteinander verdrängen kann. Aber immerhin bietet es eine neue Art der Vernetzung, die Zeit, Raum und vieles andere überbrücken kann.

Mehr Evangelium in den Medien heißt heute auch im Internet. Also in den neuen und den ganz neuen Medien. Nur Mut! Peter Hahne


Wir hoffen, dass es nicht schlimm ist, dass sich dieser Artikel nur am Rande mit der Heiligen Taufe oder Ideen für Taufgeschenke beschäftigt, was das Kernthema dieser Seite ist und natürlich auch bleibt.

Aber wir halten den Austausch für eine der wichtigsten Grundlagen für das christliche Miteinander. Und ja, eben auch im Internet.


Kategorie: Religion und Glaube | Begriffe:



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