Der Ablauf einer Taufe

Der Ablauf einer Taufe ist natürlich nicht in Stein gemeißelt und kann mitunter in den Gemeinden variieren. Es gibt viele Möglichkeiten und jede Zeremonie kann ganz individuell erfolgen.

In diesem Artikel möchte wir Ihnen nur einen möglichen Ablauf der Taufhandlung aufzeigen und Ihnen ein paar Anregungen mit auf den Weg geben. Vielleicht haben Sie Ihre Taufe auch ganz anders erlebt, vielleicht war sie traditioneller ausgerichtet oder auch viel freier gestaltet.

Grundsätzlich ist der Ablauf einer Taufe aber der folgende:

Begrüßung

Die Begrüßung zur Taufzeremonie beginnt häufig vor der eigentlichen Kirche. Das liegt mitunter daran, dass die Heilige Taufe den Eintritt in das christliche Leben symbolisiert.

Diese Begrüßung wird üblicherweise vom Taufenden durchgeführt, aber natürlich ist eine Ansprache auch von den Eltern oder den Taufpaten denkbar und kann für einen schönen Einstieg sorgen.

Somit bietet es sich an, an der Kirchenpforte zu beginnen und diese gemeinsam zu betreten.

Fragen an die Eltern

Üblicherweise beginnt der Taufgottesdienst damit, dass verkündet wird, was gefeiert wird. Üblicherweise wird dabei ein Gespräch mit den Eltern des Täuflings geführt, wobei der Name, der Anlass und mitunter die Taufpaten genannt werden.

Das Gespräch könnte folgendermaßen geführt werden:

Priester: Liebe Eltern, nun haben Sie Ihr Kind in unsere Kirche gebracht, um es in die christliche Gemeinschaft aufzunehmen. Welchen Namen haben Sie Ihrem Kind gegeben?

Eltern: Das Kind hört auf den Namen [...]

Priester: Was erbitten Sie von der Kirche Gottes für [Name]

Eltern: Die Taufe [Den christlichen Glauben]

Priester: Liebe Eltern, sie erbitten für Ihr Kind die Taufen vor den Augen Gottes. Sie erklären sich also bereit, Ihr Kind mit bestem Gewissen im christlichen Glauben zu erziehen, es soll Gottes Namen schätzen und lieben lernen. Es soll seinen Nächsten lieben und sich für ihn einsetzen, wie es uns Christus gelehrt hat. Sind Sie sich dieser Aufgabe und Pflicht gegenüber Gott bewusst?

Eltern: Ja

Priester: Nun richte ich mich an sie, liebe Paten. Sie sind heute hier, um das Patenamt für den Täufling [Name] anzunehmen, um die Eltern bei Ihren Aufgaben und Pflichten zu unterstützen. Damit sollen sie eine Hilfe sein, um das Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Sind bereit, diese Aufgabe für [Name des Täuflings] zu übernehmen und den Eltern beizustehen?

Paten: Ja

Das Betreten der Kirche

Nun folgt der gemeinsame Gang in die Heilige Kirche, um die Taufhandlung zu vollziehen. Jedes Gehen ist aber nicht nur ein einfaches Drängen nach vorn, sondern kann gleichermaßen als Hinbewegen auf Gott verstanden werden. So entsteht ein sehr schönes Bild.

Lied und Lesung

Sehr schön ist es, wenn an dieser Stelle ein gemeinsames Lied angestimmt wird oder wahlweise gemeinsam aus der Bibel rezitiert wird. Einige Bibelverse, die sich dafür eigenen, finden Sie in unserer Kategorie Taufsprüche.

Aber natürlich ist das Kein Muss und es kann unmittelbar mit der eigentlichen Taufhandlung begonnen werden, die normalerweise durch den Priester eingeleitet wird. Das kann allerdings auch als Antwort zum Gespräch mit den Eltern geschehen.

Bezeichnung mit dem Kreuz

Die Eltern haben sich für ihr Kind die Taufe gewünscht und zwar in der Heiligen Kirche Gottes. Auch die Paten haben sich zu ihrer Aufgabe bekannt und haben versichert, dass sie den Eltern bei der christlichen Erziehung beistehen werden.

Mögliche Antwort des Priesters, vor oder eben in der Kirche:

Priester: Liebe Paten, liebe Eltern, liebe Gläubigen, ihr wünscht Euch, dass [Name] in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wird.

[Name], mit großer Freude nimmt Dich die christliche Gemeinde auf und in Ihrem Namen bezeichne ich dich mit dem Zeichen des Kreuze. Deine Eltern und Paten werden nun nach mir das Zeichen Christi auf Deine Stirn zeichnen.

Der Priester bezeichnet den Täufling mit dem Kreuz. Dabei zeichnet er mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn des Kindes. Eltern und Paten kommen dieser Aufgabe nach und bezeugen ebenfalls, die Aufnahme in die christliche Gemeinschaft. Das Kreuz ist das Zeichen unserer Glaubens und gilt deshalb als erster Willkommensgruß in der Gemeinde.

Lesung aus der Heiligen Schrift

Es folgt das Lesen aus der Bibel durch den Taufenden. Das kann entweder als klassische Predigt gedacht werden, aber mitunter auch eine ganz individuelle Ansprache sein. Oftmals werden in diesem Zusammenhang auch die Heiligen angerufen.

Die Heiligen haben auf ganz unterschiedliche Arten das Leben als Christ erlebt. Gemein ist ihnen allerdings, dass sie Gott in vielen Beziehungen sehr nahe waren. Wir bitten sie um ihre Fürsprache, damit der Täufling seinen eigenen und sicheren Weg im Leben findet.

Die Fürbitten

Traditionell folgen an dieser Stelle die Fürbitten. Diese können freigesprochen oder auch abgelesen werden. Hier kann jeder aktiv werden. So können Verwandte, Bekannte und Freunde eine ganz eigene Fürbitte halten und in diesen ihren Wünschen und Hoffnungen Ausdruck verleihen.

Nach dem Vortragen der einzelnen Fürbitten erfolgt meistens aus den Reihen der Anwesenden dieser Wortlaut:”Wir bitten Dich, erhöre uns!”

Idealerweise wird dabei eine Gebetspause gelassen, um jedem die Möglichkeit zu geben, das Gesagte auf sich wirken zu lassen und in einem Augenblick der Gebetsstille seine Gedanken zu fassen.

Der Gang zum Taufbrunnen

Der Gang zum Taufbrunnen bringt abermals Bewegung in die Gemeinde und lockert die Taufzeremonie sehr stark auf. Der Taufende bittet die Eltern und Paten zum Taufbrunnen, um dort die Taufe durchzuführen.

Diese Bewegung kann entweder mit allen Anwesenden vollführt werden oder eben nur mit den Genannten (Eltern und Taufpaten).

Die Absage an das Böse

Nun wird das Taufwasser geweiht und es ergibt sich vielleicht der folgende Dialog zwischen Priester und Eltern.  Das hängt natürlich sehr davon ab, ob es sich um eine Kindertaufe handelt oder eben nicht. Bis ins 5. Jahrhundert wurden von der Kirche nur Gläubige getauft, die erwachsen waren. Bei einer Kindertaufe antworten die Eltern.

Dabei kann sich der folgende Dialog entwickeln:

Priester: Liebe Eltern, liebe Paten, lieber [Name des Täufling]. Durch die Liebe Gottes empfängt [Name] nun im Sakrament der Taufe neues Leben aus dem Heiligen Wasser und durch den Heiligen Geist. Sie haben sich verpflichtet, das Kind im Glauben zu erziehen, so dass es sich vollkommen im christlichen Leben entfalten kann und dabei den richtigen Weg beschreitet.

Wenn Sie sich dieser Aufgabe gewachsen fühlen, sagen sich nun, im Gedenken an Ihre eigene Taufe, der Sünde ab und bekennen Ihren Glauben an die Kirche, der Kirche Jesus Christus, in der Ihr Kind getauft wird. Widersagen Sie ferner dem Bösen, um in der Freiheit der Gotteskinder leben zu können?

Eltern: Ich wiedersage.

Das Glaubensbekenntnis

Traditionell erfolgt nun das Glaubensbekenntnis. Auch hier sprechen die Eltern, die Paten und die Anwesenden bei einer Kindertaufe stellvertretend für den Täufling. Hierbei gibt es ganz unterschiedliche Wortlaute.

Das Glaubensbekenntnis könnte ungefähr folgendermaßen sein:

Priester: Glauben Sie an Gott, den allmächtigen Vater, dem Schöpfer allen Seins und dem Gestalter von Himmel und Erde?

Eltern: Ich glaube.

Priester: Glauben Sie ferner an Jesus Christus, der durch die Jungfrau Maria geboren ward, der für unsere Sünden am Kreuz gelitten hat, begraben wurde und von den Toten auferstand und nun an der Seite des Heiligen Vaters sitzt?

Eltern: Ich glaube.

Priester: Glauben Sie an den Vater, Sohn und Heiligen Geist, die Gemeinschaft der Christen und die Kriche und das Ewige Leben?

Eltern: Ich glaube.

Priester: Denn das ist unser aller Glaube, der Glaube unserer christlichen Kirche und wir bekennen uns zu ihm. Wir bekennen uns dankbar in Jesus Christus und im Namen des Herrn.

Eltern: Amen.

Die Taufe

Jetzt beginnt die eigentliche Taufhandlung und der Täufling wird mit dem geweihten Wasser begossen. Normalerweise geschieht dies drei Mal, wobei der Taufende folgende Worte spricht:

“[Name], ich taufe Dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes”

Oftmals werden vorher noch die Eltern befragt, ob sie wollen, dass ihr Sohn/ihre Tochter im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden soll.

Salbung mit Chrisam

Der Täufling wird nun mit Chrisam gesalbt. Chrisam ist Olivenöl, das traditionell bei der Heiligen Taufe Verwendung findet. Diesem Salböl sind wohlriechende Balsame beigemischt. Früher wurden nur Könige auf diese Weise gesalbt, um ihrer hohen Bedeutung Ausdruck zu verleihen.

Wenn ein Kind mit Chrisam gesalbt wird, nehmen wir an, dass es in den Augen Gottes soviel bedeutet, wie Könige und in den Reihen der Christenheit gleich sind.

Die Salbung mit Chrisam symbolisiert die Verbundenheit zu Jesus Christus, die mit dem Täufling durch die Taufhandlung geschaffen ward. Oftmals wird auch dieser Vorgang mit Worten ausgekleidet.

Diese könnte ungefähr so lauten:

Priester: Gott, der allmächtige Vater, hat Dich von Deinen Sünden befreit und Dir ein neues Leben aus Wasser und Heiligem Geist geschenkt. Du wirst mit Chrisam gesalbt, damit Du zum Volk Gottes gehörst. Du bist nun ein Teil der christlichen Gemeinde, die an Jesus Christus, den ewigen Propheten und König, glaubt.

Anwesende: Amen!

Das Taufgewand

Nach der Salbung wird die Täufling in ein weißes Taufgewand gekleidet. Das helle Kleid symbolisiert einerseits die Unbeflecktheit des Kindes und für einen reinen Neubeginn. Auf der anderen Seite ist es ein Zeichen der neuen Würde, die der Täufling durch die Taufe empfangen hat.

Gewissermaßen wird Christus als als neues Kleid übergestreift und strahlt fortan aus dem Herzen des Gotteskind. Üblicherweise bringen die Eltern ein Taufgewand mit, aber das kann natürlich je nach Absprache variieren.

Früher haben die Getauften das Gewand eine ganze Woche anbehalten und zwar von Ostern bis zum weißen Sonntag. Was auch den Namen des Tages erklärt.

Die Taufkerze

Die letzte Handlung der Heiligen Taufe ist normalerweise das Entzünden der Taufkerze durch die Eltern oder die Taufpaten. Diese wird an der Osterkerze entzündet und brennt nun als Zeichen des Lichtes, das Christus innewohnt, für den Täufling.

Die Taufkerze kann ihn dabei übrigens das ganze Leben begleiten. Vielleicht wird sie bei der Kommunion, der Firmung oder auch bei der Hochzeit entzündet werden und so für alle Zeit an den Beginn des christlichen Lebens erinnern. So verbindet sie die einzelnen Sakramente und steht immer für das Leben in Gott und seiner Anwesenheit.

Taufe, Ablauf und Veränderung

Der Ablauf einer Taufe orientiert sich grundsätzlich an den genannten Punkten. Aber natürlich können alle Aspekte untereinander variieren und sind in manchen Gemeinden sehr verschieden.

Denn letzten Endes kommt es doch auf das Leben mit Christus an und man sollte sich nicht am Ablauf aufhängen, sondern diesen wichtigen Schritt in Ruhe planen. Vielleicht sogar gemeinsam mit dem Priester und den Taufpaten.

Der Ablauf der Taufe auf einen Blick:

  • Begrüßung
  • Fragen an die Eltern
  • Das Betreten der Kirche
  • Lesung und Gesang
  • Bezeichnung mit dem Kreuz
  • Lesung aus der Heiligen Schrift
  • Die Fürbitten
  • Gang zum Taufbrunnen
  • Absage an das Böse
  • Das Glaubensbekenntnis
  • Die Taufe
  • Salbung mit Chrisam
  • Das Taufgewand
  • Das Entzünden der Taufkerze

Kategorie: Fragen zur Taufe | Begriffe: ,



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